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wiki:berichte:2017:eckbauer [2017/12/27 17:53] (aktuell)
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 +======20. Eckbauer-Open vom 09.10. bis 27.11.2017======
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 +Ich hätte nie gedacht, dass ich mal gleichzeitig an 2 Turnieren teilnehmen würde. Diesen Herbst war es nun soweit. Ich wollte das gute Angebot an Schachturnieren im Berliner Raum nutzen und ein für mich neues Format ausprobieren. Ein Turnier über 8 Wochen; gespielt wird aber nur jeden Montag (eine Woche Pause wegen Überschneidung mit dem Lichtenrader Herbst, an dem ich ebenfalls teilnahm). Das Eckbauer Open hatte daher einen gewissen Reiz für mich und lockte auch viele andere Spieler. Immerhin fanden sich 59 Teilnehmer, die sich teils noch nach der Arbeit die Schachfiguren um die Ohren schlugen.
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 +In der ersten Runde erwartete mich mal wieder die alt-bekannte Pflichtaufgabe gegen einen vermeintlich schwächeren Spieler, wobei aber immer die Angst um das ebenfalls alt-bekannte „Erstrunden-Opfer“ in der Luft lag. Ich musste gegen **Stefan Lippianowski** ran, der seine Sache wirklich gut machte und mir einige Sorgen bereitete. Irgendwann konnte ich aber meinen Materialgewinn in einen Sieg umwandeln. ​
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 +In der zweiten Runde wurde es dann schon deutlich schwieriger. Gegen **Erwin Weber** und den Colle-Zuckertort-Aufbau hatte ich kaum Pläne und Ideen entwickeln können. In Zeitnot entwickelte sich die Partie zur für mich spektakulärsten Partie des Turniers. Beide Seiten drohten mit Matt und Materialgewinn. Mein Gegner übersah dabei einige Gewinnzüge und nahm mein Remis-Angebot in leicht schlechterer Stellung und mit weniger Zeit für ihn an.
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 +In Runde 3 hatte ich gegen **Thomas Heerde**, der 45 Minuten zu spät kam, kaum eine Chance. Nach strategischen Fehlern meinerseits in der Eröffnung überrollte er mich einfach am Königsflügel,​ was meine erste Niederlage des Turniers bedeutete. ​
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 +Nach der Pause durch den Lichtenrader Herbst ging es für mich wieder an die hinteren Bretter und ich musste gegen **Bodo Wallmann** die Figuren ziehen. Diese Partie war geprägt von vielen Fehlern beiderseits,​ was jedoch viele taktische Möglichkeiten und auch Spaß ermöglichte. Ich gab nach einigen Fehlzügen eine Leichtfigur für zwei Bauern, griff danach aber kompromisslos an. Unter diesem Druck machte mein Gegner immer wieder Fehler und ungenaue Züge, gab Material zurück und musste die Partie letztendlich aufgeben. Mit viel Glück und Spielspaß konnte ich die eigentlich verlorene Partie noch drehen.
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 +Eine der Besonderheiten des Turniers war es, dass die Partien meist schon einen Tag später auf der Turnierseite veröffentlicht waren. Dadurch war es jedem Spieler möglich, sich intensiv vorzubereiten oder auch mal etwas anderes auszuprobieren.
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 +In der 5. Runde hatte ich mit **Bert-Jürgen Hankow** wieder einen harten Brocken mit einstelliger Setzlistenposition als Gegner. Ich bereitete mich aber intensiv vor, konnte in der Eröffnung gut gegenhalten,​ übersah aber auch einige kraftvolle Züge für mich. In unklarer Stellung bot mir mein Gegner überraschend Remis an, was ich annahm.  ​
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 +In der Vorschlussrunde musste ich mit **Heinrich Burger** wieder gegen einen deutlich stärkeren Gegner antreten. Trotz guter Vorbereitung verzettelte ich mich im Mittelspiel und bekam nie wirklich Zugriff auf die Partie. Stück für Stück verbesserte mein Gegner seine Stellung und beendete die Partie mit einer Kombination,​ die ich übersah. ​
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 +In der letzten Runde hatte ich mit Motivationsproblemen zu kämpfen. Ich war krank, die Ratingpreise waren außer Reichweite und meine DWZ konnte ich auch nicht mehr wirklich verbessern. Ich unterschätzte zudem meinen Gegner, **Tade Prinz**, und übersah eine simple Bauerngabel in zwei Zügen, wodurch ich Material geben musste und meine Stellung fiel in der Folge auseinander. Richtigerweise bestrafte mich mein Gegner für meine Unzulässigkeiten und durch diese Niederlage in der letzten Runde wurde aus einem soliden Turnier ein schlechtes Turnier.
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 +Man muss aber halt auch diese Runden, auch wenn es nicht mehr um viel geht, konsequent zu Ende bringen um erfolgreiches Schach zu spielen. Das konnte ich zumindest am Ende mitnehmen.
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 +Insgesamt ein sehr gut organisiertes Turnier. Vielen Dank an den sympathischen Turnierleiter **Reinhard Baier**, der souverän und mit Witz durch das Turnier geleitet hat. Auch wenn der Abschluss nicht so erfolgreich war, bin ich dennoch zufrieden mit meiner Leistung. Wer Zeit und Muße hat, auch außerhalb der Wochendturniere zusätzliche Turnierpraxis zu sammeln, kommt beim Eckbauer Open sicher auf seine Kosten.
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 +[[wiki:​mitglieder:​Dave Möwisch]]